Schadet trübes Wasser den Koi?

Schadet trübes Wasser den Koi?

Artikel-Nr.: 30.07.2019
Trüb ist nicht gleich trüb

Beschreibung

Wenn man mal einige Teiche besichtigt hat, wird einem auffallen, dass bei Weitem nicht alle Teiche kristallklar sind. Vor allem in der Zeit der Fütterung wo die Koi permanent ihren Kot ans Wasser abgeben und die Sonne fast senkrecht über dem Teich steht, variieren die Sichttiefen beträchtlich. Um die Frage, ob eine Trübung nun schädlich für Koi ist oder nicht, beantworten zu können, muss man sich zunächst einmal überlegen: Wodurch kam die Trübung? Hier einige Beispiele:
 
Trübung durch die Algenblüte
Eine Trübung die durch die Algenblüte entstand zeigt sich an grünem Wasser. Je nachdem wie lange die Algenblüte bereits existiert, wie die Bedingungen sind und wie viel Nahrung sie zu Verfügung hat, kann die Algenblüte einen Teich so stark eintrüben, dass man keine 5 cm mehr ins Wasser schauen kann. Einfach eine grasgrüne Suppe. Aber wie gesagt: Algenblüte ist nicht gleich Algenblüte. Wird dies mittels UVC-Licht bekämpft, sollte sie komplett oder zumindest fast verschwinden. Ist die UVC-Anlage nicht stark genug dimensioniert, so kann dies zudem der Grund für eine leichte Trübung mit Grünfärbung sein. Aber: Egal wie grün das Wasser ist, für die Koi ist sie direkt nicht gefährlich. Ganz im Gegenteil. In Japan werden die kleinsten und schwächsten Koi in Wasser mit Algenblüte großgezogen. Allerdings sollte man Teiche mit Algenblüte ausreichend belüften, da die Algenblüte nachts Sauerstoff zehrt. Bild 1 im Anhang zeigt einen japanischen Garten mit Koiteich. Die Algenblüte ist dort praktisch der Filter um Schadstoffe abzubauen. 
 
Trübung durch Kotpartikel
Ein zu geringer Wasseraustausch zwischen Teich und Filter, schlechte Strömungsverhältnisse oder ein schlecht funktionierender Filter können für bräunliche Trübungen aufgrund nicht aus dem Wasser entfernten Kots sein. Egal wie man es dreht und wendet: Die Trübung kann direkt schädlich für Koi sein, da der Abbau des Kots im Wasser direkt mit einem Anstieg der Keimdichte einhergeht. Aus eben diesem Grund ist eine ausreichende Strömung, eine Wasseraustauschrate zwischen Teich und Filter von zirka 1x pro Stunde und ein ausreichend großer mechanischer Filter (am besten Genesis Vliesfilter) unverzichtbar.
 
Mineralische Trübungen
Entsteht eine Trübung beispielsweise weil über einen Starkregen Ihr Pflanzenbeet in den Teich gespült wurde oder die Koi die Erde der neuen Seerose aufgewühlt haben, so brauchen Sie sich keine großen Gedanken wegen Ihren Koi machen, da diese Trübungen überwiegend mineralischer Natur sind und nicht weiter von Bakterien ab- bzw. umgebaut werden müssen. Je nachdem wie heftig eine mineralische Trübung ist, kann es Wochen bis zur Aufklärung dauern. Um das zu unterstützen kann man die Wasserwechselquote etwas erhöhen, was sicherlich eine gute "Tat ist. Dies entlastet auch den Filter bei der Arbeit.